Vertrauen und Innovation erkunden: Fokus auf KI und digitale Infrastruktur in Davos 2025

Vertrauen und Innovation erkunden: Fokus auf KI und digitale Infrastruktur in Davos 2025

Am 21. Januar 2025 veranstaltete digitalswitzerland anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos eine Reihe hochkarätiger Events. Von einer morgendlichen Diskussion über vertrauenswürdige digitale Infrastruktur über eine Mittagssitzung zum Thema KI für digitale Charaktere bis hin zu einem Abend, der sich mit Vertrauen im Zeitalter der KI befasste, wurden an diesem Tag die Chancen der Schweiz bei der Gestaltung der Zukunft der digitalen Innovation hervorgehoben.

Frühstücksveranstaltung: Vertrauenswürdige digitale Infrastruktur als Kernelement für künftiges Wirtschaftswachstum und Wohlstand in der Schweiz

Auf der Tagesordnung standen eine Reihe von Grundsatzreden und Diskussionen:

Cybersicherheit: Eine globale Notwendigkeit

Maya Bundt, erfahrenes Vorstandsmitglied und Expertin für Cybersicherheit, gab einen Überblick über die sich wandelnde Bedrohungslandschaft. Sie hob die Bedeutung der nationalen Cyberstrategie hervor und betonte die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit bei der Festlegung von Cyber-Normen. Ihre Erkenntnisse unterstrichen, dass Cybersicherheit eine Voraussetzung für das Vertrauen in die digitale Infrastruktur ist.

Humane Technologie: Design für die Menschheit

Tristan Harris, Mitbegründer des Center for Humane Technology, forderte das Publikum auf, die Art und Weise, wie wir Technologie entwickeln und einsetzen, zu überdenken. Ausgehend von Themen aus seiner Rede „The AI Dilemma“ plädierte er für Systeme, die der Menschheit dienen und sie nicht ausbeuten – ein Aufruf zum Handeln für ethische Innovation.

Datenschutz und Ethik in der Praxis

Meredith Whittaker, Präsidentin von Signal, berichtete, wie ethische Grundsätze die Gestaltung digitaler Tools beeinflussen können. Der Ansatz von Signal in Bezug auf Datenschutz und Benutzerkontrolle dient als Blaupause für die Schaffung einer Infrastruktur, die Vertrauen in den Vordergrund stellt, ohne dabei die Funktionalität zu beeinträchtigen.

Die Rolle von Standards in einer vernetzten Welt

Seth Dobbs, CEO des World Wide Web Consortium (W3C), unterstrich die Bedeutung internationaler Standards für die Förderung von Barrierefreiheit, Sicherheit und Datenschutz sowie für einen ausgewogenen Ansatz bei globalen digitalen Herausforderungen. Seine Betonung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen stand im Einklang mit dem Bekenntnis der Schweiz zu Neutralität und offener Regierungsführung.

Podiumsdiskussion: Aufbau des digitalen Erbes der Schweiz

Unter der Moderation von Franziska Barmettler, CEO von digitalswitzerland, diskutierten diese Vordenker über die Rolle der Schweiz im globalen digitalen Ökosystem. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehörten:

Mittagsveranstaltung: Künstliche Intelligenz für digitale Charaktere

Der digitalswitzerland VIP Lunch richtete den Fokus auf den sich rasant entwickelnden Bereich der künstlichen Intelligenz für sogenannte digitale Charaktere: Software-Entitäten, die in einer computergenerierten Umgebung wie reale oder imaginäre Wesen aussehen und sich auch so verhalten. Die Veranstaltung fand im UBS Pavilion statt und zog rund 60 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik an, die sich mit der Frage befassten, wie KI die Interaktion zwischen Mensch und Computer verändert.

Digital Einstein: Eine Fallstudie zu KI und menschlicher Interaktion

Markus Gross, Chief Digital Officer bei Disney Research Zurich und maßgeblicher Mitwirkender an der Digital Einstein Platform der ETH, erzählte, wie KI-Technologien den Schweizer Physiker und berühmtesten ETH-Absolventen wieder zum Leben erwecken. Durch natürliche Sprachverarbeitung, Sprachsynthese und Animation bietet Digital Einstein interaktive und lebensechte Dialogerlebnisse. Gross betonte, wie diese Fortschritte Branchen von der Bildung bis zur Unterhaltung prägen und einen Einblick in das Potenzial der digitalen Unsterblichkeit bieten.

Die Schweiz als Drehscheibe für verantwortungsvolle KI

ETH Zürich-Präsident Joël Mesot knüpfte an dieses Thema an und forderte die Schweiz auf, ihre Stärken – wie strenge Datenschutzgesetze und interdisziplinäre Zusammenarbeit – zu nutzen, um eine Führungsrolle bei KI-Innovationen einzunehmen. Anhand des Supercomputers ALPS in Lugano als praktisches Beispiel argumentierte Mesot, dass die Schweiz über die theoretische Forschung hinausgehen müsse, um konkrete, skalierbare Lösungen zu schaffen.

Der menschliche Faktor in der KI-Entwicklung

Catrin Hinkel, CEO von Microsoft Schweiz, betonte, dass KI von menschlichen Werten geprägt sein muss, wobei Governance und Sicherheit die Grundlage für eine verantwortungsvolle KI bilden. Sie ist überzeugt, dass Zusammenarbeit der Schlüssel zu einer sinnvollen Gestaltung dieser Grundlagen ist.

Moderiert von Chris Luebkeman, Leiter Strategic Foresight an der ETH Zürich, fand im Rahmen des Panels eine lebhafte Diskussion über das Potenzial der Schweiz im Bereich KI statt. Einige wichtige Erkenntnisse:

Wie CEO Franziska Barmettler in ihren Schlussworten erklärte, sind die Diskussionen beim VIP-Lunch nur der Anfang der Arbeit von digitalswitzerland im Bereich KI. Zu den zukünftigen Initiativen gehören:

Abendveranstaltung: Vertrauen im Zeitalter der KI

Mit dem Fokus auf digitalem Vertrauen und künstlicher Intelligenz (KI) bot die VIP-Veranstaltung von digitalswitzerland eine Plattform, um die sich wandelnde Beziehung zwischen Vertrauen und Technologie zu erkunden und einen bedeutenden Meilenstein für das Digital Trust Label der Swiss Digital Initiative (SDI) zu feiern.

Die Schnittstelle zwischen KI und digitalem Vertrauen

Wie Andreas Meyer, Präsident von digitalswitzerland, in seiner Eröffnungsrede betonte, ist Vertrauen nicht mehr nur eine ethische Frage, sondern ein Grundpfeiler für die Einführung von KI. Angesichts der raschen Integration von KI in digitale Dienste ist es wichtiger denn je, Transparenz, Verantwortlichkeit und das Vertrauen der Nutzer zu gewährleisten.

Manoj Mehta, Präsident von Cognizant EMEA, unterstrich diesen Punkt und erklärte, wie Vertrauen das Rückgrat einer erfolgreichen digitalen Transformation bildet. Mehta betonte, dass der Aufbau einer vertrauenswürdigen KI mehr als nur Technologie erfordert; sie erfordert eine Fokussierung auf Menschen, Prozesse und Governance.

Podiumsdiskussion: Implementierung vertrauenswürdiger KI

Moderiert von Nicolas Zahn, Direktor der Swiss Digital Initiative, brachte das Panel verschiedene Experten aus diesem Bereich zusammen:

Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Podiumsdiskussion gehörten:

Das Digital Trust Label: Beginn eines neuen Kapitels

Die Veranstaltung markierte auch den Start des nächsten Kapitels für das Digital Trust Label, ein Projekt, das von der Swiss Digital Initiative ins Leben gerufen wurde. Die Übergabe des Labels an SGS, einem weltweit führenden Unternehmen für Prüfung, Inspektion und Zertifizierung, wurde als natürliche Weiterentwicklung des Projekts gefeiert. Doris Leuthard, Präsidentin der SDI, und Jan Meemken von SGS berichteten über den Weg des Labels von einem innovativen Konzept zu einem überprüfbaren Standard.

Meemken betonte das Engagement von SGS, die hohen Standards des Labels aufrechtzuerhalten und gleichzeitig dessen Wirkung international auszuweiten. Durch die Einbeziehung von KI-spezifischen Kriterien bietet das Label nun umsetzbare Instrumente für Organisationen, um die Vertrauenswürdigkeit im Zeitalter der künstlichen Intelligenz sicherzustellen. Die Partnerschaft mit SGS signalisiert die Bereitschaft der Initiative, der weltweit wachsenden Nachfrage nach vertrauenswürdigen digitalen Diensten gerecht zu werden.

Vielen Dank und bis zum nächsten Jahr!

Das Team von digitalswitzerland möchte sich bei allen Mitgliedern, Partnern und Referenten bedanken, die ihre Zeit und ihr Fachwissen in diese Veranstaltungen eingebracht haben. Ihre Teilnahme hat maßgeblich dazu beigetragen, dass tiefgreifende Diskussionen über Vertrauen, KI und die Rolle der Schweiz in der digitalen Innovation geführt werden konnten. Mit Blick auf die Zukunft möchten wir auf diesen Gesprächen aufbauen und daran arbeiten, Ideen im kommenden Jahr in praktische Initiativen umzusetzen. Wir freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam fortzusetzen und Sie nächstes Jahr wieder in Davos zu weiteren Diskussionen und Kooperationen begrüßen zu dürfen.